Olinda & Recife

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Wir duften Olinda vor und nach der Hauptkarnevalswoche erleben und das nette Städtchen gab zwei völlig andere Bilder von sich ab. In der Vorwoche war es eine ruhige, sehr angenehme Kleinstadt, die mit idyllischen Kopfsteinpflastergassen und historischen Kirchen aufwartet und wo man gerne einen halben Tag verbringen kann.

Ein Großteil der Altstadt liegt auf einem Hügel und dieser bietet fantastische Ausblicke auf die nahegelegenen Gebäude mit ihren roten Dächern im Tal der Stadt sowie das Meer und fern am Horizont Recife.

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Olinda bietet auch Zugängen zu diversen Stränden. Diese sind jedoch nicht der Hauptgrund fuer einen Besuch, da sie nicht gerade zu den saubersten Brasiliens gehören. Auf einem der zentralen Plätze Olindas, der Praca do Carmo, waren die Vorbereitungen fuer die anstehende Karnevalswoche schon voll im Gange. Wir waren gespannt wie es wohl dann im närrischen Treiben aussehen wird.

Nach unserem Zwischenstopp auf Noronha war es dann soweit: Wir kehrten am Faschingssamstag nach Olinda zurück. Wir parkten Oscar in einer Seitenstrasse zwischen der Shopping Mall Olindas und der Praca do Carmo ab und liefen auf den letzteren zu Fuss zu. Langsam aber stetig begegneten wir immer mehr Verkleideten und passierten witzige Stände wie beispielsweise den folgenden:

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Angekommen am Praca do Carmo wurden wir von Forro dröhnenden Boxen an jeder Ecke empfangen. Überall gab es Fress- und Getränkestände und das Aufkommen der Verkleideten war schon beachtlich. Einem Konzert auf einer der Nebenbühnen beizuwohnen gelang uns leider nicht, da es exklusiv für T-shirt Träger des zugehörigen Blocos (Karnevalsgruppe) vorgesehen war und wir auf einen Kauf des T-shirts verzichteten. Aber auch ohne dieses sollte es ein interessanter Tag werden.

Dann zogen wir hinauf zum Praca Joao Alfredo, wo das Treiben seinen Höhepunkt nahm. Eine überwältigende Anzahl an Besuchern sammelte sich auf diesem Platz, welche durch Zuströme anderer Gassen nie wirklich abebbte. Hier zogen zahlreiche Blocos durch und sorgten für exzellente Stimmung unter den Massen. Die tanzenden Straßenpuppen durften natürlich auch nicht fehlen 🙂

Nach 30min zogen wir uns in eine ruhigere Gasse zurück, da die Menge an Leuten im wahrsten Sinne des Wortes schon sehr erdrückend war. Hier ließen sich wunderbar andere Passanten in ihren kreativen Kostümen bestaunen.

Nach einem kurzen Abstecher in eine der wilderen Gassen, wo wir u.a. Zeugen einer Verhaftung von Straßenverkäufern wurden (KO-Tropfen Verkauf?), ging es zurück zum Praca do Carmo, wo wir zum Sonnenuntergang den Karnevalskonzerten auf der Hauptbühne lauschten.

Auf dem Heimweg gönnten wir uns noch eine der lokalen Leckereien, Macaxeira (Mannioktopf mit Fleisch- und Gemüsestücken) und erwischten unseren letzten Bloco des Tages. Jetzt wussten wir was mit Straßenkarneval wirklich gemeint ist!

Am nächsten Tag ging’s nach Recife, um hier den Karnevalssonntag zu verbringen. Wir waren ein wenig früh dran, da die Straßen gegen 12Uhr noch wie leer gefegt waren. Vermutlich mussten sich noch alle Jecken vom großen Umzug am Vortag, dem Gallo da Madrugada, erholen. Also verbrachten wir den ersten Teil des Tages in dem Paco Alfandega, wo es Konfetti, Kinderkarneval sowie schöne Ausblicke über Recife gab.

Gegen späten Nachmittag ging es dann gemächlich los und immer mehr Blocos tauchten in der Altstadt Recifes auf und sorgten für tolle Stimmung. Es waren mehrere Bühnen aufgebaut, am Marco Zero die größte, und an anderen, wie bspw. dem Praco do Arsenal, etwas kleinere. Somit verteilte sich das Geschehen sehr gut über die gesamte Altstadt und es kam am späten Nachmittag und Abend keinerzeit zu einem Gedränge wie in Olinda,

Neben den Blocos gab es auch Auftritte verschiedenerer Indianergruppen zu bestaunen. Diese trugen Bekleidungen wie wir sie bisher nur im Fernsehen vom Carnaval in Rio gesehen hatten.

Auch mehrere Musikbands traten auf und ließen die Menge zu Samba, Forro, Bossa Nova oder Axe  das Tanzbein schwingen. Einer unser Favoriten war diese Band, von der wir leider nicht den Namen in Erfahrung bringen konnten:

Fazit: Insgesamt waren wir sehr begeistert vom Karneval im Nordosten Brasiliens und wir können einen Besuch empfehlen. Wir würden jedoch den Karnevalssamstag in Recife verbringen, da das der große Umzugstag (Gallo da Madrugada) ist und scheinbar alle Tage in Olindas Straßenkarneval relativ ähnlich ablaufen. Mit dem Zuhauselassen unser Spiegelreflexkamera, dem Verstauen des Handys und Bargelds in unseren Sicherheitstaschen sowie dem Parken in bewachten Parkhäusern haben wir uns wohl gefühlt und würden dazu raten.

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