Fernando de Noronha

DCIM101GOPRO

Fernando de Noronha, benannt nach einem portugiesischem Kaufmann, der die Insel selbst nie besuchte (aber die Exploration sponsorte), ist nichts fuer budgetbewusste Reisende. Bei Einreise wird eine saftige Inselsteuer von ca. 18 Euro pro Person pro Tag faellig – Kinder zahlen gluecklicherweise bis zum Alter von 6 Jahren nichts. Als ob dem nicht genug waere wird noch fuer den Nationalpark, der etwas 2/3 der Insel abdeckt, ein Eintritt in Hoehe von 50 Euro (!!) pro Erwachsener faellig. Wer tauchen, zur Bahia do Sueste oder zur Bahia do Golfinhos will kommt um den Eintritt nicht herum. Zudem sind die Uebernachtungskosten mindestens doppelt so hoch wie am Festland. Wir schliefen in einer klimatisierten 30m^2 Huette ohne Internet fuer USD103/Nacht, gute 25min fusslaeufig vom Strand entfernt. Zusammen mit den Flugkosten (600 Euro) und Parkkosten am Flughafen Recife (24 Euro) waren wir fuer die 5 Inseltage eben mal 1350 Euro los – mehr als das doppelte unseres typischen 5-Tagesbugets.

20190225_123301

Wen diese nackten Zahlen nicht abschrecken den erwartet als Belohnung ein absolutes Tauchparadies und eine Vielzahl schoener Karibikstraende. Zuerst zog es uns zur Praia do Meio, der allerdings aufgrund des superstarken Wellengangs nur zum Fotografieren diente. Gleich nebenan trafen wir dann auf den Praia da Concecao, der auch nicht an kleinen Wellen geizte, aber definitv „schwimmbarer“ war. Die metergrossen Wellen sorgten definitiv fuer Respekt bei uns. Leo und Irina hatten mit dem Bodyboard einen Heidenspass 🙂

20190225_123355

Mit netter Livemusik und wagemutigen Surfern mutierte die Praia da Concecao auch zu unserem Lieblingsstrand.

Die Bahia do Sueste erreichten wir mit dem halbstuendig fahrenden Pendelbus (R$5 pro Erwachsener), der die meisten Standorte auf der Insel anfaehrt. Er ist Teil des Nationalparks und ist nur ueber einen abgezaeunten Eingang zu erreichen. Der Bucht bietet einen herrlichen Anblick und Schnorcheln ist hier das grosse Ding. An unserem Besuchstag waren die Sichtverhaeltnisse allerdings sehr duerftig, so dass wir im Prinzip nichts von der Unterwasserwelt erblicken konnten.

20190226_152101

Einzig fuenf junge Babyhaie, die das Highlight unseres Besuchs darstellten, schwirrten durch das seichte Wasser und konnten auch sehr gut ohne Schnorchelausruestung verfolgt werden.

20190226_133713

Negativ auffallend war, dass es einen abgesteckten Wasserbereich gab, wo Schwimmwestenpflicht herrschte . Ein bisschen zuviel Regulierung nachdem man schon den heftigen Parkeintritt zahlen durfte. Zudem wurden alle Besucher gegen 15:30Uhr vom Strand gebeten. Auf Nachfrage wurde dies mit der Rueckkehr der Mutterhaie aus dem offenen Meer begruendet. Die Bucht dient scheinbar als Schlafplatz.

Die Baia do Golfinhos erreichten wir am naechsten Tag auch sehr gut mit dem Pendelbus. Nach einem 20min Spaziergang von der Bushaltestelle erreichten wir das Visitor Center und von da aus waren es noch 1km auf einem wohlpreparierten Steg. Leider erwischten einen schlechten Tag, da die verantwortliche Rangerin sagte, dass bisher keine Delphine gesichtet wurden. Wir lernten, dass scheinbar an 94% aller Tage Delphine gesehen werden koennen. Wir erwischten also einen 6% Tag ;( Weiter ging es am Kuestenwanderweg Richtung Praia do Sancho, der immer wieder herrliche Ausblicke auf das Meer und die Buchten bot. Angekommen am Praia do Sancho wurden wir ueberrascht – der Zugang war nur ueber zwei extremsteile Leitern moeglich. Leo und Lothar meisterten eine, aber mit Maja war es unmoeglich, da zwei Haende von Noeten waren. Beim Aufstieg gab es kurz Beschwerden, dass wir „gegen“ die Richtung kletterten und uns in diesem Moment klar wurde, was mit der „Up-Down“ Tabelle am Visitor Center gemeint war: Es gibt nur bestimmte Aufstiegs- und Abstiegszeiten, um Stau auf den Leitern zu vermeiden 😉

20190227_103643

Als Alternative guckten wir uns den Praia do Cacimba aus – auch sehr gut fusslaeufig in 20min vom Visitor Center erreichbar. Der Wellengang war nicht so krass wie am Concecao, dafuer war die Unterstroemung aber heftiger.

Sehr toll war uebrigens die Hilfsbereitschaft der anderen Urlauber: Wir wurden mindestens drei mal auf laengeren Heimwegen von Buggy-Fahrern (siehe folgendes Bild) ohne den Daumen rauszustrecken mitgenommen 🙂 Gutes Karma, welches wir uns in den fuenf Monaten zuvor durch Mitnahme anderer Tramper verdient hatten 🙂

20190226_085138

Der letzte Tag war dann das Highlight von Nornonha: Tauchen stand fuer Lothar auf dem Programm. Der Tauchanbieter war Atlantic Divers und mit R$665 (Barpreis) knapp guenstiger als Noronha Divers und auch der englischen Sprache maechtiger was Lothar entgegen kam.

Los ging’s um 7:15h mit Abholung vor der Unterkunft. Die Gruppe war ueberschaubar: 2 Spanier, 1 Brasilianerin und ein Deutscher. Es gab ausreichend Dive Masters (insgesamt drei) fuer uns vier und sogar eine Fotografin. Die erste Tauchstelle, ca. 30Min Bootsfahrt weg, war Pedras Seccas, eine Felsformation unter Wasser. Hier gab es Boegen, Tunnel und allerlei bunte Fische zu bestaunen. Die Sicht mit 30min war exzellent! Stroemung war vorhanden, aber moderat. Und das Wasser hatte angenehme 25 Grad 🙂 45min unter Wasser mit mindestens zwanzig verschiedenen Fischarten und herrlichen Felsformatioen – sehr empfehlenswert.

Weiter ging’s zur Tauchstelle Coribito, einem Kanal zwischen zwei Inseln. Die Stroemung war sehr stark hier, aber wechselte immerhin nie die Richtung, was den Tauchgang berechenbar machte. Diesmal gab es auch groessere Meeresbewohner zu bestauen: Erst einen schlafenden Hai, dann eine Riesenlanguste (ca. 1m) und schliesslich eine gruene Moraene. Zudem zahlreiche Fischschwaerme, wo auch dem schlechtesten GoPro Fotografen irgendwann mal ein guter Schnappschuss gelingt. Ein tolles Taucherlebnis!

DCIM101GOPRO

Fazit: Fuer Tauchfans ist Noronha ein Muss und einer der schoensten Plaetze, wo Lothar je unter Wasser war. Die Insel ist sehr teuer und kann preislich keinesfalls mit anderen Karibikparadiesen a la Puerto Rico, Roatan oder Chico Naranjo (Panama) mithalten. Wer „nur“ Strandurlaub hier machen moechte, zahlt unserer Meinung zu viel im Vergleich mit dem Festland, wo es auch wundervolle Straende gibt.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s