Chapada Diamantina

Lençois war unser Ausgangspunkt für den Nationalpark Chapada Diamantina. Lençois besitzt eine wunderschöne Altstadt gespickt mit Kopfsteinpflaster, engen Gassen und historischen Gebäuden mit bunten Fassaden. Auch wenn man nicht den umliegenden Nationalpark besichtigen möchte ist Lençois definitiv einen Besuch wert.

Am ersten Tag ging es gemütlich gegen 11Uhr auf den Wanderweg zum Wasserfall Sorrego. Leider waren Irina und Maja gesundheitlich ein wenig angeschlagen, so dass sie gemeinsam mit Leo zu Hause blieben, um Kraft zu tanken. Immerhin gab es einen Pool, in dem man sich bei schwülen Temperaturen erfrischen konnte.

Der Wanderweg begann relativ human durch die gesamte Stadt mit einigen Abschnitten bergauf. Nach ca. 30min ging es auf eine Trampelpfad über, der durch dichte Vegetation verlief. Dann kamen wir auf ein kleines Felsplateau, wo wir dank den Pfeilmarkierungen die Fortsetzung schnell fanden. Die Markierungen und GPS (maps me hat aller Wanderwege in seinem Kartenmaterial!) reichen übrigens vollkommen aus und machen unser Meinung nach einen Führer überflüssig.

Der zweite Abschnitt des Weges wurde hügeliger und durch die ständigen Auf-und Abpassagen kamen wir ein wenig langsamer voran. Der Weg führte nach etwa 3.5km komplett am Flussbett entlang. Der letzte Kilometer war dann definitiv der anstrengendste Der Weg ging komplett in Steine und Felsen über und man musste oft auf dem Po oder mit beiden Händen anpacken um voran zu kommen. An diese Stelle waren wir echt froh, dass die Kinder nicht dabei waren, da es ohne Tragerucksack unmöglich gewesen wäre.

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Nach 3 Stunden und 50min erreichten wir das Ziel: Der Cachoeiro do Sorrego, der auch das Ende des Wanderweges darstellte. Es handelt sich hierbei um einen Wasserfall von 30-40m Höhe, der in einem Canyon eingebettet ist. Natürlich konnten wir nicht widerstehen ein wohlverdiente Bad im Wasserfallbecken zu nehmen 🙂 Eine herrliche Erfrischung nach der schweißtreibenden Wanderung! Wir hatten den Wasserfall übrigens komplett für uns allein 🙂

Auf dem Rückweg erblickten wir noch kleine Wildaffen und wurden zudem von einem kurzen Regenschauer überrascht, der einen schönen Regenbogen herbeizauberte. Nach guten 3,5h und einer Tageskilometerzahl von 14km kamen wir unversehrt aber sehr erschöpft mit Einbruch der Dunkelheit in unserem Apartment an.

Am nächsten Tag zogen wir dann samt Oscar zu viert los. Irina und Maja ruhten sich weiterhin aus. Zunächst ging es zum Rio Mucugezingho und dem Poz do Diabo. Sowohl der Fluss als auch der Wasserfall bieten tolle Möglichkeiten zum Baden. Der Zugang ist sehr einfach von der Bundesstrasse BA 242 zu erreichen und die Wanderung zum Wasserfall dauert weniger als 30min.

Nächster Halt war der Moro do Pai do Inacio, ein großer Tafelberg in der Chapada Diamantina. Der Aufstieg ist recht steil, aber auch in weniger als 30min machbar. Der Eintritt beträgt $R12. Die Ausblicke sind einfach atemberaubend: Man überblickt wunderbar die umliegenden Tafelberge, die unschieren Weiten der Chapa sowie hunderte Kakteen und tausende Bäume. Das Gestein auf dem Berg gleich einer Mondlandschaft mit unzähligen kleinen Kratern und auch ein Bergkreuz kann bestaunt werden.

Dann ging es zu den nahegelegenen Grotten: Der Gruta da Pratinha und der Gruta Azul. Der Eintritt war mit $R40 bisschen saftiger. Die Grotten selbst waren nicht wirklich spektakulär. Im Gegensatzürki zu der Behauptung des Reiseführers war baden in der Gruta Azul nicht gestattet. Somit beließen wir es auch bei unserem 5min Besuch und ein paar Fotos.

In der Gruta da Pratinha war baden, schnorcheln und floaten nur gegen Aufpreis möglich worauf wir verzichteten. Es konnte jedoch in dem zugehörigen türkisfarbenen See gratis gebadet werden. Hier sind kleine Fische beheimatet die gerne an Menschenhaut knabbern 😉 Unser Highlight war letztendlich dann das Abseilen ($R 20) in den See der Gruta da Pratinha. Allerdings fanden wir, dass man die Grotten auch gut und gerne weglassen kann, da sie sehr kommerziell sind und wenig für den Eintrittspreis bieten. Gerne hätten wir noch die Höhlen (z.B. Lapa Dolce) in der nahen Umgebung besichtigt, allerdings war das zeitlich nicht mehr drin.

Unsere Tour (wenn auch in anderer Reihenfolge) wird in Lençois gerne als Roteiro I samt Führer angeboten. Auch wir hatten uns ein Angebot (Transport, Führer, Steuern) eingeholt (knapp unter $R1000 für uns 6), allerdings ist unserer Meinung nach ein Führer völlig überflüssig und man kann alles auf eigene Faust mit einem Mietwagen abfahren.

Die Chapada ist ein wunderbares Gebiet und sehr empfehlenswert um einige Tage hier zu verweilen. Gerne wären wir länger geblieben, allerdings müssen Lothars Eltern in einer Woche in Recife am Flughafen sein.

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